Die GaOp – Teil 2

Ja, ich gebe es zu: Mit diesem Bericht bin ich etwas spät dran. ^^

Dieser Bericht wird deutlich kürzer und unspektakulärer als der über meine erste OP. Denn bei der zweiten OP handelte es sich um eine Korrektur-OP.

Das bedeutet, dass Probleme behoben werden, die während der Heilung entstanden sind. Außerdem werden die Schamlippen in die richtige Position gebracht. Dabei wird auch geschaut, ob noch weitere Korrekturen nötig sind, die man direkt mit erledigen kann.

Das Vorgespräch

Am 03.04.2025 hatte ich meinen Termin für das Vorgespräch. Ich musste wieder sehr früh dort sein und eine Überweisung mitbringen.

Der Aufwand war deutlich geringer als vor meiner ersten OP. Es wurde erklärt, was gemacht werden sollte. Dazu kamen eine kurze Untersuchung und eine Kontrolle einiger Werte. Damit war das Ganze im Grunde auch schon erledigt.

Das Problem war allerdings die lange Wartezeit zwischen den einzelnen Terminen. Ich war früh morgens dort und durfte am Ende als letzte Patientin wieder nach Hause gehen.

Mein Tipp: Nehmt euch etwas zur Beschäftigung mit und packt euch auch etwas zu essen und zu trinken ein. Ihr könntet es gebrauchen!

Der Tag der OP

Zwei Wochen später, am 17.04.2025, war es dann so weit.

Meine Schwester fuhr mich morgens zum Krankenhaus. Dort sollte ich mich wieder im selben Gebäude einfinden wie bei den vorherigen Terminen.

Ich wusste, dass eine Freundin am selben Tag ihre erste OP hatte. Bis ich selbst an der Reihe war, hatte ich sie allerdings nicht mehr gesehen.

Dafür traf ich im Wartebereich eine andere Bekannte, bei der eine etwas andere OP anstand. So konnten wir uns gemeinsam die Wartezeit etwas angenehmer machen.

Irgendwann kam die Stationsschwester, um die üblichen Formalitäten zu erledigen. Außerdem durfte ich entscheiden, mit wem ich mir das Zimmer teilen wollte.

Mir wurde gesagt, dass ich nur eine Nacht auf der Station bleiben sollte. Bei meiner Wartezimmerbekanntschaft sollte es genauso sein.

Da ich wusste, wie aufgeregt meine Freundin wegen ihrer ersten OP war, entschied ich mich für ihr Zimmer. So konnte ich ihr zumindest für die kurze Zeit etwas Gesellschaft leisten. Außerdem musste sie das Zimmer dadurch nicht mit einer fremden Person teilen, mit der sie sich vielleicht nicht so gut verstanden hätte.

Nach einer gefühlten Ewigkeit durfte ich endlich auf mein Zimmer. Ich konnte meine Sachen ablegen und bekam schließlich auch das übliche Krankenhaushemd.

Anschließend wurde ich in den OP-Bereich gebracht. Zum Glück musste ich dort nicht noch einmal die ganzen Vorbereitungen durchmachen, die ich von meiner ersten OP kannte.

Als ich in den Vorraum geschoben wurde, kam gerade ein anderes Bett heraus. Darin lag vermutlich meine Freundin, die noch von der Narkose schlief.

Im Vorraum wurde ich für die Überwachung und die Zugänge vorbereitet. Dabei hatte ich allerdings ziemliches Pech.

Offenbar war die Person, die mir den Zugang legen sollte, noch nicht besonders erfahren. Bei den ersten Versuchen an meiner Hand hatte ich ungewöhnlich starke Schmerzen. Für mich fühlte es sich so an, als wäre dabei ein Nerv getroffen worden, statt die Vene zu erwischen. Nach mehreren schmerzhaften und erfolglosen Versuchen wurde schließlich die Armbeuge genommen.

Der Kommentar der Schwester, ich solle doch an etwas Schönes denken, half mir in diesem Moment leider überhaupt nicht dabei, den Schmerz auszuhalten.

Nach dieser Tortur musste ich selbst in den OP-Saal laufen und mich auf die Liege legen.

Als ich die Narkosemaske aufgesetzt bekam, konnte ich dieses Mal sogar noch eine gute Nacht wünschen.

Was danach passierte, war allerdings etwas ungewöhnlich: Ich schlief nicht sofort ein. Stattdessen konnte ich noch eine gefühlte Ewigkeit meinen Gedanken nachgehen. Erst als ich plötzlich stark husten musste, war ich auf einmal weg.

Das Nächste, woran ich mich erinnere, ist der Aufwachraum.

Der Aufwachraum und die Rückkehr aufs Zimmer

Im Aufwachraum hatte ich Blickkontakt mit einem anderen Patienten, der mir gegenüber lag. Wir verständigten uns kurz mit Handzeichen.

Aus Erfahrung von meiner ersten OP wusste ich, dass ich testen sollte, ob ich meine Beine und Hände normal bewegen konnte. Also probierte ich es aus. Soweit ich feststellen konnte, war alles in Ordnung. Ich war einfach nur noch müde.

Eine Ärztin kam vorbei und ich sagte ihr, dass nach meinem Gefühl alles in Ordnung sei und ich auch meine Beine wieder normal bewegen könne.

Ihre Reaktion darauf war allerdings ziemlich unfreundlich. Sie fuhr mich an, dass sie auch nichts anderes erwartet hätte.

Da gerade niemand von den Personen verfügbar war, die mich normalerweise mit dem Bett zurück aufs Zimmer bringen, übernahm eine der Schwestern diese Aufgabe.

Auf dem Weg zurück stieß sie mit dem Bett gegen etwas, das im Weg stand. Sie entschuldigte sich sofort bei mir. Der Ruck selbst machte mir nicht viel aus. Ich bin bei solchen Dingen recht entspannt, solange nichts passiert.

Kurz danach wurde mir allerdings bewusst, dass mein Katheter genau an dieser Stelle befestigt war. Das Hindernis war nur knapp daran vorbeigegangen.

Wäre der Katheter dabei verrutscht oder sogar hängen geblieben, hätte das für mich ziemlich unangenehm werden können.

Auf meinem Zimmer wartete bereits meine Freundin, die inzwischen wieder wach war. Wir begrüßten uns kurz und freuten uns beide auf das angekündigte Abendessen.

Schließlich hatten wir wegen der OP schon eine ganze Weile nichts mehr gegessen. Meine Freundin hatte immerhin bereits etwas Zwieback bekommen.

Als nach Stunden immer noch kein Essen kam, fragte ich bei einer Schwester nach.

Sie war ganz überrascht, dass wir noch nichts bekommen hatten. Vermutlich hatte man uns einfach vergessen. Sie wollte aber nachsehen, was sie noch für uns auftreiben konnte.

Ein paar Minuten später kam sie mit einigen Päckchen Zwieback zurück. Sie gab mir eines davon. Als sie bemerkte, dass meine Freundin bereits ein Päckchen hatte, warf sie mir das zweite einfach zu.

Kurz gesagt: Nach der OP wurden wir mit etwas Zwieback abgespeist.

Das war wirklich kein schöner Abend.

Ein Tag länger als geplant

Am nächsten Morgen kam die Visite. Es wurde alles besprochen und man wollte sich bis zum nächsten Tag von mir verabschieden.

Moment mal! Ich war etwas verwundert und fragte nach. Schließlich war ich ziemlich sicher, dass man mir ursprünglich gesagt hatte, ich müsste nur eine Nacht im Krankenhaus bleiben. Genau darauf hatte ich mich auch eingestellt.

Laut den Unterlagen waren allerdings zwei Nächte vorgesehen.

Damit war klar, dass ich noch einen weiteren Tag im Krankenhaus verbringen musste.

Leider machte auch der Fernseher beziehungsweise der Bildschirm an meinem Bett Probleme. Die Streamingdienste funktionierten nicht richtig. Da ich mich kurz nach der OP nicht besonders viel bewegen wollte und konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als mich mit dem normalen Fernsehprogramm zu beschäftigen.

Der darauffolgende Tag verlief ähnlich unspektakulär. Morgens kam die Visite und schließlich bekam ich die erlösende Nachricht: Ich durfte endlich nach Hause!

Allerdings musste vorher noch mein Katheter entfernt werden. Und auch dabei gab es wieder ein kleines Problem.

Die Entlassung

Die Stationsschwester hatte in ihrem Materialwagen kein Desinfektionsmittel mehr, mit dem sich die Klebestreifen zur Befestigung des Katheters lösen ließen. Deshalb wurde stattdessen Wasser verwendet und der Verband langsam abgezogen.

Leider waren meine Haare in diesem Bereich schneller nachgewachsen, als ich erwartet hatte. Vor der OP hatte ich alles sorgfältig entfernt. Inzwischen waren aber schon wieder viele Haarstoppeln da. Für mich waren sie in dieser Situation jedenfalls viel zu lang.

Die Klebestreifen hatten sich ordentlich an den Haaren festgeklebt. Entsprechend schmerzhaft war es, den Verband zu entfernen.

Das anschließende Herausziehen des Katheterschlauchs war, wie ich es bereits von der ersten OP kannte, ebenfalls unangenehm.

Danach musste ich nur noch auf meine Entlassungsunterlagen warten.

Die Stationsschwester hatte mir gesagt, dass der Arzt gleich kommen würde und ich dann meine Unterlagen bekommen sollte.

Nach einer Weile wurde mir das Warten zu lang. Ich verließ mein Zimmer und ging nach vorne zum Empfangsbereich.

Dort sah ich die Stationsschwester mit einem Mann sprechen. Er saß vor einem Computer und ich konnte von meinem Standort aus nur seinen Kopf sehen.

Freundlich fragte ich nach, wann denn der Arzt kommen würde.

Tja, was soll ich sagen? Es stellte sich heraus, dass der Mann, mit dem die Schwester gerade sprach, der Arzt war. Ich hatte lediglich seinen Kittel von meiner Position aus nicht sehen können und ihn deshalb nicht erkannt.

Nachdem ich endlich meine Unterlagen bekommen hatte, stand noch eine kleine Herausforderung an: meine Schuhe.

Ich konnte mich nach der OP noch nicht weit genug nach vorne beugen, um sie selbst zu binden. Zum Glück war gerade eine Freundin da, die mir dabei helfen konnte.

Nachdem ich mich von allen verabschiedet hatte, ging ich mit meinem Taxischein zur Haltestelle. Für günstige 10 Euro ließ ich mich nach Hause fahren.

Ein kleiner Tipp für andere Betroffene: Wenn ihr nach einer OP nicht selbst nach Hause fahren könnt, fragt euren Hausarzt, ob er euch einen Taxischein ausstellen kann. Das kann unter den entsprechenden Voraussetzungen auch für die Fahrt zum Krankenhaus möglich sein. In meinem Fall übernahm die Krankenkasse den Großteil der Kosten und ich musste nur 10 Euro dazuzahlen.

Informiert euch am besten vorher bei eurem Hausarzt und eurer Krankenkasse, welche Voraussetzungen dafür gelten.

Das Fazit

Im Vergleich zu meiner ersten OP war die Heilungszeit dieses Mal deutlich kürzer. Außerdem hatte ich während der Heilung keine weiteren Probleme.

Mit dem Ergebnis der Korrektur-OP bin ich zufrieden. Das ist natürlich das Wichtigste und lässt mich die unangenehmen Erlebnisse während des Krankenhausaufenthalts etwas leichter abhaken.

Auch wenn es im Krankenhaus wieder einige unschöne Situationen gab, war ich froh, als ich endlich wieder zu Hause war.

Damit endet mein Bericht über meine zweite GaOp!

Ich hoffe, dass mein Erfahrungsbericht anderen Betroffenen hilft, sich ein besseres Bild davon zu machen, was sie bei einer Korrektur-OP erwarten könnte. Natürlich können die Abläufe und Erfahrungen von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich sein.

Falls ihr Fragen habt, könnt ihr sie mir gerne stellen. Ich werde versuchen, sie so gut wie möglich zu beantworten.

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